Insgesamt 200 Teilnehmer des Schulwettbewerbs des Bundespräsidenten zur Entwicklungspolitik „Alle für Eine Welt – Eine Welt für Alle“ wurden am 23. Juni 2010 ins Schloss Bellevue nach Berlin eingeladen. Die Auszeichnung erfolgte durch den Chef des Bundespräsidialamts, Staatssekretär Dr. Hans-Jürgen Wolff, und die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Gudrun Kopp. Begleitet wurde die Preisverleihung von einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm in Berlin.

Film zur Preisverleihung

 

Gewinnerbeiträge der Kategorien 1 bis 4

1. Preis Kategorie 1: „Lust auf Fairen Handel“

Josef-Guggenmos-Volksschule Irsee, Jahrgang 4

Die Schülerinnen und Schüler der Josef-Guggenmos-Volksschule aus Irsee, Bayern, entwickelten eine eigene kleine Werbekampagne, die aktiv und mit positiver Botschaft Menschen für den fairen Handel begeistern sowie für dessen Hintergründe sensibilisieren will. Bestehend aus Plakaten, Broschüren und einer CD gelingt es der Kampagne, umfassend über Produktpalette, Hintergründe und Zusammenhänge des fairen Handels zu informieren. Der Wettbewerbsbeitrag „Lust auf Fairen Handel“ überzeugte die Jury durch seine ideenreiche und gründliche Ausarbeitung.

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1. Preis Kategorie 2: „Unsere Welt braucht alle Kinder – Alle Kinder brauchen unsere Welt“

Erich-Kästner-Schule Baunatal, Jahrgang 5

Dieser Wettbewerbsbeitrag wurde von der gesamten fünften Jahrgangsstufe der Erich-Kästner-Schule aus Baunatal in Hessen eingereicht. Der Titel des Beitrags wurde als Rahmenthema herangezogen und dazu wurden unterschiedliche Themen und Zugangswege erarbeitet. Die einzelnen Projekte behandeln Themen wie „Straßenkinder in Rumänien“, „Flucht über die Mauer“, „Kinderrechte“ oder „Verantwortung für die eine Welt – von der Kakaobohne zur Schokolade“. Trotz der vielfältigen Themen und Ergebnisse besticht das Projekt durch den gemeinschaftlichen Aspekt: Das Lehrerkollegium hatte sich ein Ziel gesetzt und dieses gemeinsam mit allen 182 Schülerinnen und Schülern umgesetzt. Alle Arbeitsergebnisse wurden ebenfalls der Elternschaft vorgestellt.

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1. Preis Kategorie 3: „Rainbow Nation“

Carl-Orff-Gymnasium Unterschleißheim, Jahrgänge 7 bis 10

Insgesamt 21 Schülerinnen und Schüler des Wahlkurses Theater am Carl-Orff-Gymnasium in Unterschleißheim in Bayern erarbeiteten ein eigenes Theaterstück, das die wichtigsten Stationen der Geschichte Südafrikas collagenhaft erzählt. Die einzelnen Theatercollagen basieren auf belletristischen und anderen Texten südafrikanischer Autoren, welche die Grundlage für das Drehbuch bilden. Den roten Faden durch das Stück bildet das Thema „Weißheit und Schwarzheit“, also die Thematik der Hautfarbe mit all ihren Changierungen, psychologischen Feinheiten und Schwierigkeiten. Die Jury überzeugte sowohl die künstlerische Umsetzung wie auch die Thematik des Projekts.

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1. Preis Kategorie 4: „Senegal-Magazin“

Gymnasium auf den Seelower Höhen Brandenburg, Jahrgang 8, 10 und 12

Mit dem „Senegal-Magazin“ reichten die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums auf den Seelower Höhen aus Brandenburg Projektbeschreibungen ihrer Schulpartnerschaft mit einer Schule im Senegal ein. Die Partnerschaft lebt von gegenseitigen Besuchen und gemeinsamen Projekten. Im Jahr 2009 bei einem Besuch der deutschen Schülerinnen und Schüler im Senegal stellten diese fest, dass eine benachbarte Grundschule vor Ort über keine Toiletten verfügt. So entstand die Idee, das „Senegal-Magazin“ zu entwerfen. Der Erlös des Magazins finanzierte den Bau der Toiletten.

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Gewinnerbeiträge der Kategorie 5/Schulpreis

„Austausch zwischen den (Handwerks-)Kulturen auf Augenhöhe“

Staatl. Gewerbeschule Hamburg, Berufsbildende Schule

Die Bewerbung dieser Schule überzeugte, weil die beschriebene Begegnung von Schülern hier und anderswo beispielhaft auf Augenhöhe stattfindet. Berufsschüler werden an dieser Schule in den Bereichen Holz, Farbe und Textil ausgebildet und haben innerhalb ihrer Ausbildung teil an Partnerschaften mit Einrichtungen in Mosambik. Diejenigen, die an dem regelmäßig stattfindenden Austausch teilnehmen, begegnen sich über ihr fachliches Können. Die Schüler kommen darüber in Kontakt, vermitteln sich gegenseitig unterschiedliche Techniken. Über den fachlichen Austausch werden „nebenbei“ interkulturelle Kompetenzen vermittelt. Zudem versucht man über diese Schulpartnerschaft auch die Infrastruktur bei den Partnern in Mosambik sukzessive auszubauen und auch dort dann positive Aspekte mit in Gang zu setzen. Weiterhin haben die Aktivitäten der Schule auch einen integrativen Charakter hier in Deutschland, durch die Herkunft der Schüler, die häufig einen Migrationshintergrund haben.

 

„Dhungumun – Ihr habt mit mir gesprochen; Datanglah – Kommt alle; Dingeen gis – Ihr werdet sehen, hören, mitmachen“

August-Macke-Schule Bonn, Hauptschule

Der Name des Beitrags „Dhungumun - Ihr habt mit mir gesprochen; Datanglah - Kommt alle; Dingeen gis - Ihr werdet sehen, hören, mitmachen“ bezeichnet die vielfältigen Aktivitäten der Schule, die insbesondere einen Perspektivenwechsel deutlich machen. Das Schulprofil zeigt sehr deutlich, dass die Schule es schafft, in der Organisation ihrer schulischen Aktivitäten den Lernbereich Globale Entwicklung zu verankern, indem sie regelmäßig Jahresthemen sowie durchgehende Arbeitsfelder zu einzelnen Aspekten des Lernbereichs schafft. Unter anderem betreibt die Schule eine Schülerfirma, die auf Fair-Trade-Produkte spezialisiert ist.

 

„Global Learning“

Schillergymnasium Münster, Gymnasium

Die Schule unterhält eine Partnerschaft mit einer Grundschule und einer Berufsschule in Namibia. Im Rahmen dieser seit 2000 bestehenden Partnerschaft finden gegenseitige Austausche und Besuche statt. Die Schüler beschäftigen sich in Workshops, Unterrichtseinheiten und interkulturellen Themenabenden mit Themen wie nachhaltiger Entwicklung, Umwelt und Medienkompetenz. Der Schule geht es dabei um Wissenserwerb, aber auch um „handfeste Resultate“, so haben die Schüler u. a. eine Warmwasseranlage in Baumgartsbrunn gebaut und einen Spielfilm produziert, der in Namibia im Staatsfernsehen als Kinderunterhaltung gezeigt wird.

 

„Voneinander lernen durch gemeinsames Leben und Arbeiten“

Berufsbildende Schule 3 der Region Hannover, Berufsbildende Schule

Die Schule nutzt ihre handwerkliche Ausrichtung, um Partnerschaften auf Augenhöhe zu leben. Seit 1998 pflegt sie eine Partnerschaft mit einer Berufsschule in Tansania. Die Schüler lernen wechselseitig, indem sie mit den Schülern in Tansania zusammen Projekte durchführen – in Tansania und in Deutschland. Dadurch findet ein Wissenstransfer statt. Als Schule für Berufe am Bau sind die Aktivitäten thematisch auf das Thema Wasser fokussiert: Abwasser, Trinkwasser, Wasserqualität.

 

„Schulen schlagen Brücken“

Städtisches Gymnasium Haan, Gymnasium

Die Aktivitäten des Gymnasiums Hahn in Nordrhein-Westfalen zentrieren sich um eine Schulpartnerschaft mit einer Schule im Senegal, sind dabei aber nicht additiv angegliedert, sondern sozusagen „organisch daraus erwachsen“ und zusammenhängend. Verknüpfungen sind festzustellen zu allen möglichen Aktivitäten, bis hin zur Einbindung in das Schul-Curriculum mit Hinweis auf den Kompetenzerwerb. In das Projekt werden regelmäßig eine Vielzahl von Akteuren eingebunden: private Sponsoren, Eltern, Schüler, Lehrer, Schulleitung oder öffentliche Sponsoren. Insgesamt nimmt der Themenbereich Globales Lernen an dieser Schule eine zentrale Stellung ein und wird als Schwerpunkthema besonders gefördert.

 

Sonderpreis der Nichtregierungsorganisationen

Die Christophorusschule Bonn ist eine Förderschule, an der Kinder und Jugendliche mit sehr unterschiedlichen körperlichen und motorischen Beeinträchtigungen unterrichtet werden. Die Schule unterhält seit 2002 eine Partnerschaft zu der Behinderteneinrichtung Utaim Ei May in Tunesien. Seit 2005 besuchen sich die Kinder und Jugendlichen der beiden Schulen regelmäßig. Bisheriger Schwerpunkt dieser Treffen: „Wir treffen uns, um gemeinsam zu lernen und zu arbeiten. Dabei zeige ich dir, wie ich lebe, wo ich wohne und was ich gerne mache.“ Im September 2011 sollen diese Schülerbegegnungen unter dem Thema „Ich zeige dir meine Hauptstadt – Du zeigst mir deine“ fortgesetzt werden.

Die Christophorusschule wurde von der Jury für den Sonderpreis ausgewählt, weil sie ein beispielhaftes Partnerschaftsprojekt durchführt, das „auf Augenhöhe“ stattfindet. Die Aktivitäten zeigen, dass eine gelungene Nord-Süd-Partnerschaft nicht von Intellekt und Wissen abhängen muss, sondern ganz einfach darauf beruht, dass Menschen sich begegnen, die ähnliche Lebensgrundlagen haben. Der Preis finanziert einen Schüleraustausch mit einem Entwicklungsland und soll die Arbeit der Schule bestätigen.