Liebe Lehrerinnen, liebe Lehrer,

die Menschheit wächst, und wir alle teilen uns eine Erde. Wer diese nur aus der eigenen Perspektive betrachten kann, der ist für die „Eine Welt“, auf der wir immer enger zusammenrücken, schlecht gerüstet. Die Fähigkeit, die Welt auch mit anderen Augen sehen zu können, ist heute wichtiger denn je.

Der Schulwettbewerb des Bundespräsidenten zur Entwicklungspolitik „Alle für Eine Welt – Eine Welt für Alle“ steht in diesem Jahr unter dem Thema: „Was siehst du, was ich nicht sehe? – Perspektive wechseln!“. Um auf der Welt gemeinsam in guter Nachbarschaft zu leben, müssen wir unseren Nachbarn verstehen können, und er uns. Zu diesem Verständnis gehören ebenso das Wissen über die Nachbarn - und über deren Sicht auf uns - wie die Fähigkeit, mit Einfühlungsvermögen für Fremdes aufgeschlossen zu sein.

Als Lehrerinnen und Lehrer haben Sie viele Ansatzpunkte, diese Fähigkeiten zu fördern. Dazu gehören unter anderem der Unterricht, in dem zunehmend Themen der Globalisierung behandelt werden, wie auch Begegnungen im Rahmen von Projekt- und Schulpartnerschaften mit Entwicklungsländern, die viele Schulen unterhalten. Aber oft müssen die jungen Menschen ihren Blick gar nicht weit nach außen richten, um die Welt zu betrachten. Einen Teil der globalen Vielfalt finden sie im eigenen Klassenzimmer, in der eigenen Schule oder Nachbarschaft.

Sie, liebe Lehrerinnen und Lehrer, werden Ihre Schülerinnen und Schüler vielfältig unterstützen beim Erwerb der Fähigkeit zu Empathie und zum Perspektivenwechsel. Ergebnisse dieser Arbeit werde ich dann im Juni 2012 im Schloss Bellevue zu sehen bekommen. Darauf freue ich mich.

Mit freundlichen Grüßen

Bundespräsident Christian Wulff