Foto vom Bundespräsidenten Joachim Gauck

Liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Lehrerin­nen und Lehrer,

von allem gibt es vieles. Das ist ein ganz einfacher Satz, eine ganz einfache Erkenntnis. Und doch lohnt es sich, darüber einen Moment lang nachzudenken. Von allem gibt es vieles: das heißt ja, dass unsere ganze Welt, unser ganzes Leben, alles um uns herum, voller Verschiedenheit ist.

Es gibt nicht nur einen Schüler, sondern viele auf einer Schule. Und es gibt nicht nur eine Lehrerin, sondern viele. Und noch etwas: Es gibt nicht nur viele, sondern viele Unterschiedliche. Das ist sogar gut. Wenn nämlich ein Schüler wäre wie der andere, wäre es langweilig. Und wenn die eine Lehrerin so wäre wie die andere – und die mir dann nicht gefiele, dann gefiele mir keine einzige! Weil es aber viele und weil es viele Unterschiedliche gibt und weil jeder Mensch einzigartig ist, finde ich immer auch jemanden, der oder die mir gefällt. (Und wenn nicht, liegt das sicher an mir!)

Also ist erst einmal richtig: Vielfalt ist gut, Unterschiede sind gut!

Unterschiedlichkeit erscheint aber auch manchmal als Problem. Wenn man den einen schlechter behandelt als den anderen, nur weil er anders ist. Oder weil man Angst vor jemandem hat, der anders aussieht, anders redet, etwas anderes glaubt oder etwas anderes lieber isst.

Dann muss man stark sein. Unterschiede auszuhalten ist nämlich nicht immer einfach. Es ist eine Sache, sich unter den Unterschiedlichen diejenigen herauszusuchen, die man gut leiden kann – und es ist etwas anderes zu lernen, dass ALLE unterschiedlich sind und ALLE das Recht haben, anders zu sein als ich! Ich muss nicht alle gut finden, aber ich muss gut finden, dass andere anders sein dürfen.

Das gilt in der Schule – und das gilt in der ganzen Welt. Da gibt es Menschen, die ganz andere Dinge für wichtig halten, die ganz anderes glauben, die ganz anders leben als wir. Wir sollten das kennenlernen, wir sollten uns damit beschäftigen und wir sollten lernen, dass wir alle stark genug sind, um mit diesen Unterschieden gut umzugehen.

Liebe Lehrerinnen und Lehrer,
Ihnen möchte ich ganz besonders danken, dass Sie sich im Unterricht des Themas annehmen – und dass Sie mit Ihren Schülerinnen und Schülern in den Klassen und Projekten am diesjährigen Schulwett­bewerb teilnehmen. Ich freue mich auf die Ergebnisse – und ich freue mich darüber, dass in unserem Land so engagierte und für die Heraus­forde­rungen der Einen Welt so aufgeschlossene Lehrerinnen und Lehrer mit unseren Kindern arbeiten.

Joachim Gauck
Bundespräsident

Foto vom Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Dr. Gerd Müller

Liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Lehrerinnen und Lehrer,

die Zukunft unserer Einen Welt liegt vor allem in den Händen von Euch jungen Menschen. Ihr seid die Hoffnungsträger für Fortschritt und Überwindung von Armut. Gleichzeitig müssen wir Eure Rechte in besonderer Weise weltweit schützen. Das Ziel, unsere Eine Welt gerecht zu gestalten, kann nur durch gemeinsames Handeln erreicht werden. Dazu bedarf es des Engagements Vieler – im Kleinen wie im Großen. Bewusstsein und Verständnis für die Vielfalt der Welt ist dafür Voraussetzung.

Das Thema der 7. Runde des Schulwettbewerbs „Umgang mit Vielfalt: Unterschiede verbinden – Gemeinsam einzigartig!“ fordert dazu auf, Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Einen Welt wahrzunehmen, Zusammenhänge zu erkennen und zu verantwortlichem Miteinander zu gelangen.

2015 gilt als das Entwicklungsjahr. Neue nachhaltige Entwicklungsziele werden weltweit zu wesentlichen Entscheidungen führen. Auch wir hier in Deutschland tragen Verantwortung. Jeder von uns kann dazu beitragen, Armut und Hunger weltweit zu verringern und bessere Perspektiven für immer mehr Menschen weltweit zu schaffen. Ich bin sicher, dass auch Ihr, liebe Schülerinnen und Schüler, gute Ideen für die Gestaltung unserer Zukunft habt. Die Teilnahme am Wettbewerb bietet Euch einen fantasievollen, praktischen und individuellen Zugang zu den zentralen Themen, mit denen sich Entwicklungspolitik befasst. Ich bin gespannt, was Ihr daraus macht!

Ihnen, liebe Lehrerinnen und Lehrer, gilt mein besonderer Dank für Ihr Engagement und die große Verantwortung, die Sie bei Ihrer Unterrichtsgestaltung übernehmen. Sie stellen durch die Auseinandersetzung mit dem Lernbereich Globale Entwicklung wichtige Weichen und ich möchte Sie dabei nachdrücklich unterstützen!

Euch und Sie lade ich herzlich zur Teilnahme am Schulwettbewerb ein und freue mich auf Eure Arbeiten!

Dr. Gerd Müller
Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung