Anregungen für Ihre Wettbewerbsidee

Texte, Fotos, bewegte Bilder, Malereien, Musik- und Theaterstücke, ein Blog oder eine ganze Website – der Wettbewerbs­beitrag kann in jeder denkbaren Form eingereicht werden. Jeder Gedanke zum Lernbereich „Globale Ent­wick­lung“ zählt! Wichtig ist, dass ein gemeinsamer Lernprozess der Schülerinnen und Schüler ersichtlich wird. Im Folgenden finden Sie Tipps, Anregungen und prämierte Umsetzungsbeispiele vergangener Wettbewerbsrunden. Lassen Sie sich von den unter­schied­lichen Zugängen in­spirieren, aber nicht einschränken.

Gesucht sind innovative Unterrichtsprojekte!

Tipp: INITIIEREN SIE EINEN AUSTAUSCH…

„Vielleicht“ lautet der Titel eines dokumentarischen Filmprojekts, welches von der Filmgruppe des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Alfons Goppel initiiert wurde. Dabei realisierten Schülerinnen und Schüler aus Regel- und Integrationsklassen gemeinsam ein dokumentarisches Filmporträt über drei ihrer Mitglieder. In der Dokumentation erzählen drei Berufsfachschüler aus Afghanistan, Äthiopien und Somalia ihre persönlichen Geschichten. Sie berichten nicht nur über ihre Herkunft und ihre Erfahrungen auf der Flucht, sondern vor allem auch über die Unsicherheit bezüglich ihrer nahen Zukunft aufgrund der unklaren politischen Rahmenbedingungen.

…AUF AUGENHÖHE!

Vor diesem Hintergrund entstand der Titel des Films „Vielleicht“, der zum einen die Unsicherheit, zum anderen aber auch die Träume und Hoffnungen der drei Berufsschüler für die Zukunft dokumentiert. Der Film wurde bereits auf verschiedenen Festivals gezeigt und erreichte ein breites Publikum. Der Film zeigt die persönliche und individuelle Sichtweise einzelner Geflüchteter und nimmt sich auf sensible Weise relevanten gesellschaftspolitischen Themen an. Die dabei entstandene vertrauensvolle Zusammenarbeit der Jugendlichen empfand die Jury als beeindruckend.


TIPP: HOLEN SIE SICH KNOW-HOW…

Einen Lerncomputer für Kinder mit eingeschränktem Zugang zu Bildungsmöglichkeiten entwickelte die jahrgangsübergreifende „Robotic-Gruppe“ des Gymnasiums Markt Indersdorf. Der Computer sollte leicht zu bedienen, kostengünstig herstellbar, robust und energieautark sein. Hintergrundwissen holten sich die Schülerinnen und Schüler sowohl von einem Experten aus der Entwicklungszusammenarbeit als auch von Migrantinnen und Migranten aus entsprechenden Herkunftsländern. Den Schülerinnen und Schülern war es wichtig, einen möglichst authentischen Eindruck der Rahmenbedingungen zu erhalten.

…UND WERDEN SIE ZU ERFINDERN!

Die Jugendlichen erarbeiteten selbstständig einen technischen Entwurf, erwarben die benötigten Materialien und fertigten einen Prototypen des Lerncomputers an. Der Computer mit Lernsoftware für die Primarstufe steht nun zur Anwendung bereit. Neben der hohen Eigeninitiative und der herausragenden technischen Leistung überzeugte die Arbeitsgemeinschaft durch die differenzierte Recherche, die persönliche Auseinandersetzung mit Expertinnen und Experten aus verschiedenen Ländern und das nachhaltig einsetzbare und praxisorientierte Ergebnis.


TIPP: ENTWICKELN SIE ALLTAGSHILFEN…

Unter dem Motto „Echt gerecht?!“ greift ein Projekt der Schule am Wingster Wald unterschiedliche Schwerpunkte wie globale Produktionsketten, Lebens- und Umweltbedingungen weltweit und nachhaltigen Konsum auf. Alle Kinder der Schule haben einen „Echt gerecht!?“-Pass mit Nachhaltigkeitstipps, aufgrund dessen ein Film entstanden ist, der nachhaltige Themen an andere Kinder vermittelt. Die Schule am Wingster Wald ist eine internationale Umweltschule und Pilotschule zur Umsetzung des Orientierungsrahmens für den Lernbereich Globale Entwicklung.

…DIE ZUM MITMACHEN EINLADEN!

Eine Besonderheit der Schule ist die konsequente und kontinuierliche Umsetzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung in einer Vielzahl von Projekten, die sinnvoll aufeinander aufbauen. Durch die vielen partnerschaftlichen Projekte sowie die praxisnahen Zugänge werden Grundschulkinder ganz selbstverständlich und handlungsorientiert an Nachhaltigkeitsthemen herangeführt.


Tipp: Wecken Sie Interesse...

Ein E-Book zu verantwortlichem Handeln in der EINEN WELT entwickelten die Kinder der Gemeinschaftsgrundschule Am Nützenberg in einem klassenübergreifenden Projekt. Das selbstgestaltete E-Book „Frag uns Kinder!“ gibt kindgemäß Anregungen und Tipps zu den Themenbereichen Ernährung, Kleidung, Spielen sowie Wünschen und Ideen für die Zukunft. Eine Besonderheit des Projekts ist sein hoher Grad an Partizipation: Format und Themen wurden von den Stufensprecherinnen und -sprechern selbst bestimmt. Gemeinsam mit der Partnerschule in Conakry, Guinea, sammelten die Kinder Ideen zu Nachhaltigkeit und arbeiteten diese mittels Fotos, Zeichnungen, Texten und Tonaufnahmen einfallsreich und gut verständlich auf.

…DURCH DEN EINSATZ NEUER MEDIEN!

Hier sticht vor allem das kreative Potenzial der Kinder aus Wuppertal und Conakry, gemeinsam Fragen auf den Grund zu gehen und neue Handlungsoptionen zu entwickeln, heraus. Mit dem E-Book haben sie ein zeitgemäßes Medium der Wissensweitergabe gewählt. Beeindruckend sind die Tiefe der Auseinandersetzung, die Eigeninitiative und das hohe Potenzial zur Breitenwirksamkeit des Beitrags.


TIPP: ERZIELEN SIE EINE HOHE…

Durch einen Spendenlauf wurde die 8. Klasse der städtischen Peter-Vischer-Schule auf die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 aufmerksam. Das inspirierte die Jugendlichen dazu, ihre ganz eigene Agenda zu erarbeiten – die „Agenda 8e“, mit acht Regeln zu nachhaltigem Handeln. Die Klasse gestaltete unter dem Motto „AchtE drauf!“ zunächst für sich und dann für die ganze Schule Aktionstage, an denen alle Regeln dieser Agenda eingehalten werden sollten. Nach dem Erfolg in der eigenen Schule bewarben die Jugendlichen den Aktionstag im Radio und informierten das Bürgermeisteramt.

…BREITENWIRKSAMKEIT!

Die Aktion „AchtE drauf!“ entwickelte sich so zu einem bayernweiten Aktionstag, an dem verschiedene Schulen teilnahmen. Der Beitrag überzeugt durch seine Praxisnähe: Die Agenda 2030 wurde zunächst ganz individuell auf den eigenen Alltag bezogen und die daraus folgenden Ansätze und Erkenntnisse mit einer breiten Öffentlichkeit geteilt. Herausragend an diesem Beitrag sind die außergewöhnliche Tatkraft der Jugendlichen sowie die kreative und beeindruckend effektive Öffentlichkeitsarbeit.


Tipp: Verbinden Sie Kreativität, Inhalte ...

Around the world in 30 Recipes: Schülerinnen und Schüler des Otto-von-Taube-Gymnasiums trafen sich ein Jahr lang mit internationalen Studierenden und Flüchtlingen zum gemeinsamen Kochen und Austausch und erstellten dabei ein bilinguales Kochbuch.
Darin finden sich neben landestypischen Rezepten auch Berichte zu den jeweiligen Ländern und Informationen zur Situation von Flüchtlingen in Deutschland. Die Jury überzeugte vor allem die gruppenübergreifende Zusammenarbeit und persönliche Expertise der Jugendlichen.

... und Aktion!

Our Future is Calling: Ausgehend von der Frage „Wie ab­hängig bin ich von meinem Handy?“ haben die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6b der Werner-von-Siemens-Realschule Bocholt mit „Our Future is Calling“ eine Gebrauchsanweisung für Gleich­altrige zum verantwortungsvollen Umgang mit dem Alltags­­gegenstand Mobiltelefon erarbeitet. In der Gebrauchs­anweisung setzen sie sich mit wichtigen Fragen rund ums Handy auseinander: von den Kosten über den Gebrauch bis hin zu globalen Fragen der Produktion und Entsorgung.


Tipp: Finden Sie eine ungewöhnliche und ...

Und wenn sie nicht gestorben sind: Anhand ausgewählter klassischer Märchen haben Mainzer Schülerinnen und Schüler der Grundschule An den Römersteinen Parallelen zur Realität in Ländern des Globalen Südens gezogen.

Jedem Millenniumsziel wurde ein Märchen zugeordnet und die jeweilige Schlussfrage lautet: „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie … wie lange noch?“

... spannende Herangehensweise!

Märchen sind grenzenlos: Dieses kreative Buch lädt zu einem märchenhaften Perspektivenwechsel ein. Im Rahmen einer Schulpartnerschaft illustrierten deutsche und togolesische Schülerinnen und Schüler ihre liebsten Märchen und verfassten jeweils eigene Geschichten zu den Bildern ihrer Partnerschulen. Eine originelle Idee, deren inhaltliche und gestalterische Umsetzung der Jury sehr gefiel.


Tipp: Machen Sie Alltägliches ...

Mein Schuh, dein Schuh: Für den einen nur eines von vielen, für den anderen das einzige Paar Schuhe - Badeschlappen. Schülerinnen und Schüler des Ganztagsgymnasiums Johannes Rau in Wupper­tal haben sich mit Werten, Bewertungen und Zielen mensch­lichen Handelns auseinandergesetzt und festgestellt: Ein Gegenstand des täglichen Lebens, ein Schuh, verrät viel. Badeschlappen, Stöckel- oder Turnschuhe werden zum Aus­druck für Gemeinsamkeiten und Unter­schiede der Le­bens­entwürfe und -umstände fiktiver Menschen hier und in den Ländern des Globalen Südens.

... zu etwas Besonderem!

Lust auf Fairen Handel: In Form einer Broschüre und einer CD machen Schülerinnen und Schüler der 4. Klasse der Josef-Guggenmos-Volksschule Irsee in einer originellen und informativen Werbekampagne auf die Bedeutung des Fairen Handels aufmerksam und „Lust auf Fairen Handel“.


Tipp: Binden Sie Partner ein ...

Kein Ort. Nirgends? Schülerinnen und Schüler des RBZ Wirtschaft Kiel drehten eine Dokumentation über 18 gleichaltrige Flüchtlinge aus dem Jemen, dem Irak und der Türkei. Ziel war es, in einem gemeinsamen Projekt ein Bild davon zu bekommen, wie Flüchtlinge in Deutschland leben, und Berührungsängste abzubauen. Neben dem Dokumentarfilm entstand auch ein Theaterstück mit anschließendem Publikumsgespräch – begleitet von Filmemachern, Theatermachern und Theater­pädagogen. Der Film wird auch an anderen Schulen für Bildungs­zwecke eingesetzt. Für die Jury war bemerkens­wert, dass der Film private Einblicke gibt, ohne voyeuristisch zu wirken. 

... und vernetzen sie sich!

Science-Buddys: Die Städtische Realschule Ahlen bindet Globales Lernen konsequent in den Schulalltag ein: über den Unterricht, Projekte wie den Afrika-Tag, die Schul­partner­schaft mit Tansania und vor allem über die so­genannten Buddy-Programme. Die „Buddys“ entwickeln zum Beispiel naturwissenschaftliche Experimente sowie Unterrichtsmaterial und teilen ihr Wissen mit jüngeren Schülerinnen und Schülern, besonders bei Austauschbesuchen mit den Schülerinnen und Schülern der Partnerschule in Tansania. Die Jury ist insbesondere vom generationenverbindenden Ansatz und der Partnerschaft auf Augenhöhe überzeugt.


Tipp: Spielen Sie ...

Vielfältig oder Einfältig: Im Brettspiel der Berliner Max-von-Laue-Oberschule stehen verschiedene Staaten im Wettbewerb um Ressourcen und können mit Hilfe von Allianzen mit anderen Staaten Aushandlungsprozesse in Gang setzen. Auf diese Weise greifen die Schülerinnen und Schüler mit Freude am spielerischen Einsatz Themen wie nachhaltiges Leben und Wirtschaften sowie Flucht und Kooperation auf. Die hochkomplexe und fantasievolle Herstellung des Brettspiels hat die Jury sehr beeindruckt. Versuchen Sie es selbst! In unserem Service-Bereich können Sie das Spiel kostenfrei bestellen.

... mit der Thematik!

Endstation Sehnsucht: Das Würfelspiel „Endstation Sehn­sucht“ ist für zwei Spieler konzipiert: einen deutschen Urlauber auf dem Weg zu einer Urlaubsreise nach Kenia und einen Somali, der auf dem Weg nach Deutschland ist, um dort Asyl zu beantragen. Die Spielregeln sind dabei alles andere als gerecht: Fragen, Ereigniskarten und -felder lassen den Deutschen schneller vorankommen und mehr Punkte sammeln als den Somali. Die Jury hat insbesondere die Kon­se­quenz und De­tail­ge­nauig­keit der Ausarbeitung be­ein­druckt.