Schulpreise

SCHULPREIS EHRT SCHULEN MIT BNE-SCHWERPUNKT IM ALLTAG

Auch ganze Schulen können beim Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik mitmachen. In einer eigenen Wettbewerbskategorie können sie sich um einen Schulpreis bewerben und unter Beweis stellen, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) fester Bestandteil ihres Schulalltags ist.

Der Schulpreis

In jeder Runde des Schulwettbewerbs werden fünf Schulen, an denen Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) fest im Schulalltag etabliert ist, mit dem Schulpreis ausgezeichnet. Mit diesem wird ein langfristiges schulisches Engagement für nachhaltige Entwicklung geehrt, das einen möglichst breiten Teil von Schülerschaft und Kollegium einbezieht. Dabei geht es sowohl um die Verankerung von Themen nachhaltiger Entwicklung im Unterricht als auch um außercurriculare Aktivitäten wie Projekttage, Schulpartnerschaften oder Schülerfirmen, um eine nachhaltige Bewirtschaftung der Schule sowie um ein faires und tolerantes Miteinander im Schulalltag. Darüber hinaus soll das Engagement auch im Umfeld der Schule wirken und außerschulische Partner, z.B. Nichtregierungsorganisationen, oder Schulnetzwerke wie Transfer-21-Schulen, Fairtrade-Schulen oder UNESCO-Projektschulen miteinbeziehen.

Alle Aspekte, die in eine nachhaltige Schulentwicklung einfließen können, wurden in einer modelartigen Darstellung zusammengefasst. Die Grafik können Sie hier herunterladen!

Bewerbung um den Schulpreis

Zur Bewerbung um den Schulpreis wird eine maximal fünfseitige, von der Schulleitung unterschriebene Zusammenfassung der BNE-Aktivitäten der Schule eingereicht. Zusätzlich können weitere Unterlagen wie z.B. das Schulprofil, ein Nachhaltigkeitskonzept, Dokumentationen von Projekten und Veranstaltungen, Videos, Flyer, Plakate mitgeschickt werden.

Hier gibt es mehr Informationen zur Bewerbung um den Schulpreis.

Die Gewinnerinnen und Gewinner der Schulpreise. Vier Beispiele

Nachfolgend werden vier Gewinnerschulen der letzten Jahre mit einer Zusammenfassung ihrer Aktivitäten und einem Kurzporträt vorgestellt.


Schule am Wingster Wald, Wingst

Schulpreis 2014 und 2018
Die Schule am Wingster Wald ist Umweltschule und Pilotschule Globales Lernen. Die nachhaltigen Entwicklungsziele sind fest im Leitbild der Schule und im Curriculum verankert: So beschäftigen sich die ersten und zweiten Jahrgangsstufen mit Ernährung und fairem Handel, diedritten Klassen mit Wasser und die vierten Klassen mit Kinderrechten. Unter dem Motto „Echt gerecht“ hat die Schule verschiedene Formate wie z.B. eine Aktionswoche zu Globalem Lernen ins Leben gerufen. Außerdem gibt es den „Echt-Gerecht-Pass“ mit zahlreichen Tipps dazu, wie die Kinder selbst sich für eine gerechte Welt einsetzen können, sowie den „Echt-Gerecht-Laden“ mit fair gehandelten Produkten.

Ein weiterer Baustein des Konzepts beinhaltet eine naturnahe Gestaltung des Schulhofs: Mit dem Schulgartenprojekt werden globale und regionale Themen miteinander verknüpft. Die Schülerinnen und Schüler üben auch den fairen und demokratischen Umgang miteinander – in ihrem Schülerrat. Die Schule arbeitet mit vielen externen Partnern zusammen, regional und international. So besteht zum Beispiel eine Partnerschaft zu zwei Schulen in Mexiko und Indien. Diese Zusammenarbeit soll auch in Zukunft weiter fortgeführt werden.


Hainberg-Gymnasium, Göttingen

Schulpreis 2016
Das Hainberg-Gymnasium ist eine UNESCO-Projektschule. Auf dem Lehrplan hat nicht nur das Fachliche großes Gewicht – es geht auch darum, Gespür für andere Lebensweisen zu entwickeln und eine „Kultur des Friedens“ zu pflegen: durch Wissen um die Menschenrechte, durch Umweltschutz und Armutsbekämpfung sowie durch das Einüben von Toleranz. 2007 wurde das Gymnasium als eine der ersten Schulen der Stiftung Welt:Klasse ausgewählt. Seitdem fährt jedes Jahr eine kleine Schülergruppe nach China, um gemeinsam mit Jugendlichen vor Ort Bäume zu pflanzen und dadurch der Bodenerosion entgegenzuwirken.

Mittels Videokonferenzen verbreiten sie ihre Erfahrungen an der ganzen Schule. Die Auseinandersetzung mit den Problematiken der Bäuerinnen und Bauern vor Ort führte zur Gründung der Schülerfirma „Macadamiafans“. Diese importiert gemeinsam mit anderen Schülerfirmen biozertifizierte Nüsse aus Kenia, die bei Veranstaltungen, in Läden und online verkauft werden. Die Firma ist inzwischen reguläres Schulfach im Wahl-Pflicht-Unterricht der neunten Klasse. Aber auch in allen anderen Klassenstufen ist Fairtrade Thema. Schon in der fünften Klasse werden Fairtrade-Botschafter ausgebildet und die Kinder werden an die Partnerschaft mit einer Schule in Tansania herangeführt. Dadurch werden Empathie und Perspektivwechsel gefördert.


Staatliches Berufliches Schulzentrum Alfons Goppel, Schweinfurt

Schulpreis 2018
Das Staatliche Berufliche Schulzentrum Alfons Goppel setzt die Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung sowohl im Unterricht als auch im Rahmen von Schulprojekten um. Die Schule bildet in den Bereichen Textil, Pflege, Landwirtschaft und Ernährung aus und definiert sich als „Lebensraum mit Qualität“. Die Schule nutzt in der Ausbildung verschiedene Formate, wie Ausstellungen oder einen Stationenlauf, um den Auszubildenden Wissen über globale Zusammenhänge zu vermitteln.

Im Rahmen des Projekts „Globalisierung im Kleiderschrank“ setzten sich Schülerinnen und Schüler zum Beispiel mit globalen Fragestellungen der Textilindustrie auseinander und veranstalteten eine breitenwirksame Upcycling-Aktion, eine karitative Kleidersammlung und eine Plakatausstellung. In vielen Projekten arbeiten Schülerinnen und Schüler der Integrationsklassen und der Regelklassen zusammen, zum Beispiel in der Filmgruppe, die mit ihren Arbeiten bereits auf verschiedene Schulfilmfestivals eingeladen wurde.


Ernst-Reuter-Schule II, Frankfurt am Main

Schulpreis 2014
Die Ernst-Reuter-Schule II in Frankfurt am Main ist die erste Fairtrade-Schule Hessens. Alles begann mit dem Fairtrade-Laden, der durch eine Schülerinitiative gegründet wurde. Dies war der Auslöser dafür, Themen der globalen Entwicklung auch im Unterricht, in Wahlpflichtfächern, in AGs und Projekten vertieft zu behandeln. So beschäftigen sich die fünften und sechsten Klassen mit fairer Schokolade, in den höheren Klassenstufen kommen die Produktionsketten von Orangensaft, Fußbällen oder Jeans dazu.

Die Erlöse aus dem Eine-Welt-Laden werden an zwei Projekte in El Salvador gespendet. Außerdem bestehen Kontakte zu verschiedenen Projekten auf den Philippinen. Projektpartner und andere externe Referentinnen und Refereten besuchen regelmäßig die Schule, um ihre Erfahrungen an die Kinder und Jugendlichen weiterzugeben.