Good Practice an Schulen deutschlandweit
Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) wird nicht nur im Unterricht umgesetzt. Auch die Organisation der Institution und die Gestaltung des schulischen Lebens können Teil einer BNE sein.
Für die nachfolgenden Schulportraits wurden Schulpreisträger*innen der letzten Schulwettbewerbsrunden interviewt. Sie geben einen Einblick in die BNE-Arbeit an ihren Schulen, Highlight-Projekte und die dahinterliegenden Strukturen: Wie hat alles angefangen und was braucht es, um BNE an der Schule erfolgreich umzusetzen? Wie werden die Schüler*innen in Entscheidungsprozesse einbezogen und wo engagieren sie sich besonders? Die Schulportraits geben Anregungen, wie sich BNE in der gesamten Schule umsetzen lässt (Whole-School-Approach) und dienen der Inspiration für eine Bewerbung um den Schulpreis.
Was bedeutet Whole-School-Approach?
Als Whole-School-Approach (WSA) ist eine gemeinsame Ausrichtung und Zusammenführung aller Aktivitäten einer Schule – dies inkludiert Unterricht, Management und Bewirtschaftung der Schule, Kooperationen und Partnerschaften sowie außerunterrichtliche Angebote und Schulleben – unter dem Leitbild der nachhaltigen Entwicklung zu verstehen.
Praxisbeispiele für eine gelungene Implementierung des WSA
Vorgestellt werden unter anderem faire Schulcafés, ein Schulwald und verschiedene Partnerschaften mit Schulen im Globalen Süden. Auch Aspekte wie die Integration von BNE in das Schulcurriculum und die Arbeit in der BNE-Steuerungsgruppe kommen in nachfolgenden Praxisbeispielen nicht zu kurz.
Interkultureller Austausch im Kontext beruflicher Bildung - Berufliche Schule Holz Farbe Textil (BS25)
An der Beruflichen Schule Holz Farbe Textil (BS25) in Hamburg ist nachhaltiges und faires Wirtschaften fester Bestandteil beruflicher Bildung. In Netzwerken und Initiativen fördert die Schule zusammen mit kommunalen und zivilgesellschaftlichen Bildungsakteuren systematisch die Institutionalisierung des Lernbereichs Globale Entwicklung an Hamburger Berufsschulen. Fachliche Impulse und interkulturelle Kompetenzen erwerben die Auszubildenden im Rahmen langjähriger Lernpartnerschaften mit Mosambik.
Schwerpunktthema Fairer Handel - Euregio Gesamtschule Rheine
Für die Schülerinnen und Schüler der Euregio Gesamtschule Rheine sind Perspektiven des Globalen Südens selbstverständlicher Bestandteil des schulischen Alltags. Ausgehend von vielfältigen Aktivitäten im Bereich Fairtrade hat die Schule nachhaltige Entwicklung zum Leitmotiv ihres Bildungsauftrags erhoben und vermittelt Wissen und Kompetenzen für ein zukunftsfähiges Handeln in der Einen Welt.
„Chat der Welten“ - Ganztagsgemeinschaftsschule Neunkirchen
An der Gemeinschaftsgesamtschule im saarländischen Neunkirchen, einst bekannt für Stahl und Kohle, hat sich ein bemerkenswerter Paradigmenwechsel vollzogen. Die systematische Einführung und Konsolidierung von Bildung für nachhaltiger Entwicklung hat den Schulalltag maßgeblich verändert und Strukturen geschaffen, die zeitgemäßes und handlungsorientiertes Lernen dauerhaft ermöglichen.
Ganzheitliche Bildungsarbeit - Grundschule am Wingster Wald
Der Unterricht an der Grundschule am Wingster Wald ist geprägt von handlungsorientierten und altersgerechten Lern- und Selbstwirksamkeitserfahrungen. Im Dialog mit regionalen und internationalen Kooperationspartnern erweitern die Schülerinnen und Schüler stetig ihren Horizont und übernehmen Verantwortung – für ihre Schule, ihre Umgebung und die Welt.
Baden-Württembergs erste „Fairtrade-School“ - Hellenstein-Gymnasium
Das Hellenstein-Gymnasium in Heidenheim praktiziert seit vielen Jahren systematisch eine nachhaltige und partizipative Schulentwicklung. Gestaltungsfähigkeit vermittelt die Schule nicht nur den eigenen Schülerinnen und Schülern – als BNE-Modellschule berät und unterstützt das Gymnasium auch andere Akteure auf dem Weg zu einer transformativen Bildung.
„Café Kilimanjaro“ - Regionales Berufsbildungszentrum Wirtschaft Kiel
Am Regionalen Berufsbildungszentrum Wirtschaft Kiel ist Bildung für nachhaltige Entwicklung Leitungsaufgabe. Die Schaffung und Verstetigung von programmatischen und pädagogischen Strukturen ist das Ergebnis langfristiger strategischer Planung und fortwährender Evaluation.
Konzept N - Städtisches Werner-von-Siemens- Gymnasium München
Das Städtische Werner-von-Siemens-Gymnasium München hat Bildung für nachhaltige Entwicklung auf Basis eines konzeptionell fundierten Schulentwicklungsprozesses institutionalisiert. In und außerhalb des Unterrichts leistet die gesamte Schulgemeinschaft vielfältige Beiträge zur Umsetzung der Agenda 2030.
Globale Entwicklung in deutschen Bildungssystemen
Das Programm Globale Entwicklung in deutschen Bildungssystemen (GEB) unterstützt Lehrkräfte und Bildungsbeauftragte dabei, die Ansätze einer BNE fächerspezifisch sowie -übergreifend zu integrieren. Ideen zur Lehrplangestaltung, zahlreiche Materialien und Qualifizierungsangebote finden Sie auf der Website des Programms.